Mit Kerzen in der Hand setzten viele Bad Honnefer bei der Gedenkveranstaltung an der Synagogentafel ein Zeichen gegen Hass und Gewalt.   Foto: Holger Handt

 Zurück zur Hauptseite

09. November 2011

Gedenkfeier gegen das Vergessen

BAD HONNEF. (HH) “Wir können die schlimmen Ereignisse nicht rückgängig machen, doch wir können verhindern, dass sie in Vergessenheit geraten”, in diesem Sinne begrüßte Bürgermeisterin Wally Feiden die Teilnehmer der Gedenkfeier anlässlich der Novemberprogrome 1938, bei denen auch die Bad Honnefer Synagoge durch ein Feuer zerstört wurde.

Ihren Dank richtete die Bürgermeisterin an alle Vereine, Institutionen und Einrichtungen, die diese Veranstaltung der Stadt Bad Honnef vor der Synagogentafel an der Kirchstraße seit vielen Jahren schon besuchen und mit ihrer Anwesenheit ein klares Zeichen gegen Diskriminierung und Rassenhass setzen, aber auch den Bürgern, die ohne Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen stets an den Gedenkfeiern teilnehmen und damit eine klare Position beziehen und Flagge zeigen für ein offenes Miteinander aller Religionen, Nationalitäten und Kulturkreise.

Neben Vertretern der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, der Bad Honnefer Adventsgemeinde, Schülern der Konrad-Adenauer-Schule, des Hagerhofs und weiteren Gruppen waren auch wieder die Frauen der kfd dabei. Viele hielten Lichter in der Hand, um auch optisch ein Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen. Neben der Ansprache der Bürgermeisterin und Vertretern der Adventgemeinde hinterließ der Beitrag der Hagerhof-Schüler einen ganz besonders tiefen Eindruck. Sie beschränkten sich darauf, ein Zitat des Theologen Martin Niemöller vortzutragen:

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

 Zurück zur Hauptseite


Neben Bürgermeisterin Wally Feiden sprachen auch Vertreter der Bad Honnefer Adventgemeinde.
  


Viele Bad Honnefer hatten sich auch diesmal wieder zur Gedenkveranstaltung anlässlich der Reichsprogromnacht und den damit verbundenen Honnefer Ereignissen im November 1938 an der Synagogentafel eingefunden.
  


Mit Lichtern in ihren Händen setzten die Bad Honnefer auch nach außen hin ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Hass und Gewalt.
  


Hagerhof-Schüler trugen ein Zitat von Martin Niemöller vor.
  


Zum Abschluss der Gedenkveranstaltung sang der Chor der Bad Honnefer Adventsgemeinde (Siebenten-Tags-Adventisten).