Uniformappell 2011
Abteilungsleiter Norbert Grünewald begrüßte die Zuschauer beim Uniformappell der Bad Honnefer Stadtsoldaten.
Foto: Holger Handt

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08. November 2011

Uniformappell der Bad Honnefer Stadtsoldaten

Der Zeugwart lässt nicht die geringste Kleinigkeit durchgehen

BAD HONNEF. (HH) Von 11 Uhr an war die Innenstadt am Samstag erfüllt von den zackigen Märschen der Bad Honnefer Stadtsoldaten und von den Befehlen, mit denen die Spielleute und Tänzer auf dem zum Appellplatz umfunktionierten Marktplatz dirigiert wurden. Zum dritten Mal hatten sich die Stadtsoldaten zum Beginn der Fünften Jahreszeit zum Uniformappell eintgefunden, um die Kleidung, Instrumente und Ausrüstung von ihren Zeugwarten inspizieren zu lassen. “Beim dritten Mal, so ist es im Rheinland üblich, wird eine Veranstaltung zur Traditionsveranstaltung”, begrüßte der Stadtsoldatenchef Norbert Grünenwald die Gäste, die sich zu dem bunten Spektakel vor dem Gasthaus Vierkotten eingefunden hatten. Und dann nahm die Traditionsveranstaltung ihren Lauf.

Einen runden Geburtstag feierte an diesem Tag einer blau-rot-weiß Uniformierten. Klar, dass die Stadtsoldaten ihrem Kameraden auch ein Ständchen spielten. Ebenso klar war, dass die zweite Getränkerunde des Tages auf den runden Geburtstag ausgeschenkt wurde. Die erste Runde hatte zuvor schon Stefan I. übernommen, der zwei Tage zuvor nominierte Siebengebirgsprinz, der mit seiner Prinzessin Andrea I. den Appell von Beginn an verfolgte. Denn auch er ist ein Stadtsoldat, trägt als Prinz jedoch in dieser Session keine Uniform.

Vier neue Stadtsoldaten wurden beim Appell offiziell aufgenommen, zwei Spielleute und zwei Tänzer. Nach einer langen Auszeit marschiert Horst Vogel jetzt wieder in den Reihen des Spielmannszuges mit. Neu hinzu gestoßen ist hingegen Christian Schulte. Schon seit dem vergangenen Jahr ist Ervin Saraj Mitglied des Stadtsoldaten-Tanzcorps. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er im vergangenen Jahr jedoch nicht am Uniformappell teilnehmen. So  wurde er in diesem Jahr vereidigt. Seit Jahren schon sind die Stadtsoldaten hinter dem Rhöndorfer Unterdörfler Peter Käufer her, wollten ihn immer schon in ihren Reihen integrieren. Dem ehemaligen Beamten reichte bislang jedoch die dunkelblaue Uniform der Wasserschutzpolizei. Als Pensionär hat er sich jertzt doch entschlossen die Schirmmütze gegen den Dreispitz zu tauschen. Der riesige Applaus, der seine offizielle Aufnahme im Stadtsoldatencorps begleitete, unterstrich seine Entscheidung für die Garde-Uniform.

Nach drei Jahren müssen die Stadtsoldaten den tadellosen Sitz und die Vollständigkeit ihrer Uniformen und Ausrüstungen auch gegenseitig kontrollieren können. Per Losverfahren, bei dem die neue Siebengebirgsprinzessin einige Namenszettel aus einem Eimer zog, wurden die Stadtsoldaten ausgewählt, die zu einer besonderen Inspektion durch die Zeugwarte vortreten mussten. Die geschulten Augen der Experten finden natürlich Kleinigkeiten, die anderen kaum einem auffallen würden. Für jeden gefundenen Fehler müssen die betreffenden Stadtsoldaten eine Kiste Bier für die Busfahrten zu den Auftritten spendieren. Es kam ein gutes Dutzend Kisten zusammen.

Den letzten Akt des Appells bestritt allerdings kein Bad Honnefer, sondern eine fetzige Truppe aus Unkel: die Barhocker heizten den langsam vor Kälte schon etwas bibbernden Gästen mit ihren Instrumenten ein und spielten bekannte Jazz-Rhythmen, bei denen jeder mitsingen und mittanzen konnte.

Was die Barhocker für die Ohren waren, das waren die Fauen und Partnerinnen der Stadtsoldaten für die Augen der Besucher. Richtig tief in ihre Taschen gegriffen haben die nämlich und sich eigene Uniformen angeschafft, bei denen die Jacken fast wie die der Männer aussehen. Statt eng sitzender Hosen und Schaftstiefeln tragen die Damen dazu aber einen weißen, weit ausladenden Rock.

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